Pflege der „Zaugenleite“ fördert bedrohte Pflanzenarten

Pflanze

Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), Foto: Martin Friedel, LPV

 

Die „Zaugenleite“ nordwestlich von Zaugendorf ist der örtlichen Bevölkerung als Ort für das jährliche Johannisfeuer bekannt. Dass die Fläche auch eine besondere Bedeutung für die heimische Natur hat, wissen wohl nur wenige. Dabei kommen hier einige Pflanzenarten vor, die anderenorts aus unserer Landschaft verschwunden sind. Als absolute Rarität beherbergt die „Zaugenleite“ ein großes Vorkommen der Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera, s. Bild). Ihre wunderschöne Blüte ahmt einen Bienenkörper nach, um so männliche Bienen anzulocken, die dann unfreiwillig die Orchidee bestäuben. Aber der langgezogene Südhang mit seinem warmen und trockenen Klima bietet noch weiteren seltenen Arten, wie dem Helm-Knabenkraut, der Rapunzel-Glockenblume und dem Zittergras geeignete Lebensbedingungen.

 

Um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten, werden in den nächsten Wochen unter der fachkundigen Anleitung des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Bamberg e.V. an der „Zaugenleite“ Pflegearbeiten durchgeführt. Teile der Fläche werden gemäht und dabei Gebüsche, die sich auf Kosten des wertvollen Offenlandes ausbreiten, zurückgeschnitten. Etablierte, größere Hecken bleiben als Unterschlupf für die heimische Tierwelt erhalten. Das anfallende Pflegematerial wird aus den Flächen entfernt. Durchgeführt werden die Arbeiten von Landwirten aus der Umgebung. Die notwendigen Gelder können zu 90 % durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie - ein Förderprogramm des Umweltministeriums - bereitgestellt werden. Der Markt Rattelsdorf als Flächeneigentümer beteiligt sich mit 10 % der anfallenden Kosten. Durch diese Zusammenarbeit kann die „Zaugenleite“ auch in Zukunft bedrohten Pflanzenarten ein Zuhause bieten.

 

 

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